Vom Bestattungsforum zur Dichterecke

Karte - Vom Krematorium zur Dichterecke

Dauer: ca. 1 ½ Stunden, Weg: ca. 1800 Meter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(1) Das Bestattungsforum an der Talstraße umfasst drei großzügige Feierhallen, ein Kolumbarium, die Urnenkrypta, Abschiedsräume sowie das Café Fritz. Dazu wurde das historische Schumacher-Krematorium denkmalgerecht saniert und 2011 wieder in Betrieb genommen.statt<//span>.

(2) Gegenüber ragt das 1949 errichtete Mahnmal für die Opfer der NS-Verfolgung auf. In 105 Urnen befinden sich Erde und Aschenreste aus deutschen Konzentrationslagern.

(3) Nach 80 Metern liegt links, hinter einem schmalen Durchlass zwischen den Rhododendren, das eindrucksvolle Grabfeld Laeisz/Hanssen/Canel/Meerwein (entstanden 1886-1917), eine Gemeinschaftsanlage von vier befreundeten Familien. Unter ihnen die des berühmten Reeders Carl Heinrich Laeisz, Stifter der Musikhalle (http://www.laeisz.de). Die Familie Hanssen betrieb den gleichnamigen Kaffeespeicher. Man folgt der Nebenallee bis zur Teichstraße und wendet sich dann nach links. Neben dem Grab Stamm (1921/22), auf dem eine Frau aus einer stilisierten Blüte emporsteigt, führt der Weg links durch einen Bezirk, in dem sich reicher Skulpturenschmuck auf den Gräbern findet.

(4) Links am Weg liegt das Patenschaftsgrab Daglioglu, auf dem ein kreuztragender Christus steht. Neben ihm befindet sich die Grabkapelle Philipp (1887). Hinter ihr ragt der Rundturm des Mausoleums Campe (1915) auf. Seine dichte Säulenreihe wird von aufwendigen Schmuckfenstern unterbrochen.   

Flehender Jüngling

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(5) Geradeaus führt ein Plattenweg zum Grab Blohm-Never (1935) auf dem ein Jüngling mit Buch ruht. Er hält Selbstversunken inne, über den Sinn des Lebens nachdenkend. Neben ihm die ausdrucksvolle Skulptur des flehenden Jünglings (1929), geschaffen von dem Bildhauer Arthur Bock auf dem Patenschaftsgrab Büsching-Höft sowie das Grab des Bildhauers Richard Kuöhl (1931),von seiner "Mariensäule" geschmückt. Der Weg nimmt eine kleine Biegung nach rechts. Bei seiner Einmündung gelangt man wiederum rechts zu einer Kreuzung von vier Wegen.

(6) Unmittelbar an dieser Kreuzung liegt die Grabstätte Mönckeberg (1885). Der Hamburger Bürgermeister Johann Georg Mönckeberg (1839-1908) veranlasste am Anfang des 20. Jahrhunderts die Neubebauung eines älteren Stadtteils zwischen Rathaus und Hauptbahnhof mit Kontorhäusern und Ladengeschäften. Zu seinen Ehren wurde die neue Hauptgeschäftsstraße nach ihm benannt. Von dieser Kreuzung aus führt der Weg im spitzen Winkel zurück, bis man zu einer Gabelung gelangt. An dieser wendet man sich nach rechts und betritt einen Plattenweg, der durch reizvolle Anlagen führt.

(7) An einem Brunnen aus Granit erblickt man rechts einen thronenden Engel mit einem kleineren Engel links auf dem Grab Reinhold (1898). An den Seiten sieht man Darstellungen, die auf die Stadt Hamburg verweisen: Links ein Frauenfigur als Hammonia mit Stadtkrone und Wappen, rechts der Gott der Kaufleute, Merkur, mit Stab und Flügelschuhen. Vom Brunnen aus rechts gelangt man zur Norderstraße, die man überquert. In der Nähe liegen die Kapelle 8 und der anonyme Urnenhain. Nähere Informationen hierzu stehen unter der Überschrift "Nordteich und Stiller Weg". Man schlägt links einen Weg ein, der an einem ehemaligen Bachlauf entlangführt.

(8) Einige Schritte weiter biegt man vor dem Hügel rechts in einen Rundweg ein und gelangt zur "Dichterecke", in der nicht nur Schriftsteller – meist niederdeutsche Literaten – ihre letzte Ruhe gefunden haben, sondern auch der Theatergründer Richard Ohnsorg. 

 

Wolfgang Borchert (1921-1947)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Hügel liegt das Grab des Schriftstellers Fritz Stavenhagen. Er belebte das Niederdeutsche mit seinem ernsthaften Stück "Mudder Mews" neu, das 1905 uraufgeführt wurde. Im Folgejahr starb er, kaum 30 Jahre alt. Wolfgang Borchert, der 1947 verstorbene Schriftsteller und Sohn der Stadt Hamburg, ruht am Fuße dieses Hügels. Er verfasste bedeutende Kurzgeschichten mit den Themen Krieg und Nachkriegszeit.

Zur Wolfgang-Borchert-Gesellschaft

Wenige Schritte entfernt davon liegt der Volksschauspieler Henry Vahl begraben.

(9) Neben dem Hügel erscheint links der Gedenkplatz für nicht beerdigte Kinder, eine zarte Skulptur aus weißem Marmor auf einem Pfeiler.

(10) Kurz vor der Straße liegt rechts eine Grabplatte mit einem lesenden Jüngling. Es ist das Grab des Autors Kurt W. Marek, der unter seinem Pseudonym C.W.Ceram den Roman der Archäologie "Götter, Gräber und Gelehrte" verfasste. Der Spaziergang endet mit dem Gang durch eine Pyramidenhain-Buchenallee zurück zum Bestattungsforum.  

Grabstätte von Kurt W. Marek  

 

 

 

 

 

  1. Rot - Prominente, Plastiken und Parklandschaft
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  3. Grün - Nordteich und Stiller Weg