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Veranstaltungen

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Ohlsdorfer Friedensfest vom 23.7. bis 7.8.2022

15:00 Uhr
23.07. – 07.08.2022
Ohlsdorfer Friedhof, Fuhlsbüttler Str. 756, Bombenopfer

Das Friedensfest versteht sich als Feier der Befreiung vom Nationalsozialismus. Damit stärkt es die heute geltenden demokratischen Werte, insbesondere die Anerkennung der Würde des Menschen. Rechtsradikale haben in den 2000er Jahren bei den Ohlsdorfer Bombenopfergräbern versucht, die nationalsozialistischen Verbrechen zu relativieren. Das „Bündnis Ohlsdorfer Friedensfest“ tritt seit 13 Jahren mit dem Friedensfest diesen Umdeutungsversuchen der Geschichte entgegen. Gleichzeitig werden damit neue Formen des angemessenen Gedenkens gesucht und erprobt, womit es ein Beispiel für aktives Friedenshandeln sein soll. 

Veranstaltungsorte
Wenn nicht anders angegeben, finden die Veranstaltungen an den Sammelgräbern der Bombenopfer statt, Friedhof Ohlsdorf, Mittelallee.
Alle Veranstaltungen sind kostenlos, Spenden sind willkommen. Bitte sprechen Sie die Veranstalter an.

 

Anfahrt
U/S-Bahnhof Ohlsdorf > Buslinie 170 von der Haltestelle Haupteingang zur Haltestelle Kirschenallee.
Gäste, die mit dem Auto anreisen, benutzen die Einfahrten Bramfeld, Kornweg und Seehof. Gäste mit Durchfahrtsgenehmigung können die Schranke Mittelalle durchfahren. Wer mit dem Fahrrad kommt, kann die Schranke passieren.


Veranstalter: Bündnis Ohlsdorfer Friedensfest
Arbeitskreis Kirchliche Gedenkstättenarbeit Neuengamme + Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. + Garten der Frauen e.V. + Gegen Vergessen – für Demokratie e.V. + Hamburger Friedhöfe -AöR- + Initiative Gedenkort Stadthaus + Kirchen -gemeinden Mittleres Alstertal, Bramfeld und Steilshoop + Olmo e.V. - Verein für Kultur und
Erinnerungsarbeit zwischen Ohlsdorf und Ochsenzoll + Psychosoziale Arbeit mit Verfolgten e.V. + Ver.di Hamburg + Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes e.V. – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten + Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Hamburg

Kontakt/V.i.S.d.P.: Petra Schondey, Psychosoziale Arbeit mit Verfolgten e.V., Lagerstraße 30-32, 20357 Hamburg, Tel. 040 386 866 12

Als Veranstalter behalten wir uns vor, von unserem Hausrecht nach § 6 Versammlungsgesetz Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu unserer Veranstaltung zu verwehren oder sie auszuschließen.

Hier das Programm

Samstag, 23. Juli

15.00 Uhr - Eröffnung des 13. Ohlsdorfer Friedensfestes

Grußwort von Tanja Chawla, Vors. des DGB Hamburg

Das Bündnis stellt sich vor

Musik: Anne Wiemann, Lieder von Paul Abraham

16.30 Uhr - „Hat nichts mit Wahrheitsfindung zu tun“ Kieler Matrosenaufstand, Novemberrevolution und Reichswehrforschung in der deutschen Militärgeschichtsschreibung. Vortrag von Dr. C. Lübcke

 

Sonntag, 24. Juli

11 Uhr - Interreligiöse Andacht - El malej Rachamim – Gott voller Erbarmen

Das Gebet „El malej Rachamim“ ist wichtiger Bestandteil des jüdischen Totengedenkens. Das Nachdenken über dieses Gebet und das Gebet selber stehen im Zentrum der interreligiösen Andacht zum 79. Jahrestag der „Operation Gomorrha“ 1943. Mit Rabbiner Daniel Alter, liberale jüdische Gemeinde Hamburg, den Pastoren F.U. Schöneberg, A. Holzbauer, H. Billerbeck Musik: Galina Jarkova, liberale jüdische Gemeinde Hamburg, und Gero Weiland

12.30 Uhr - Jugend im Widerstand

1933 waren sie oft noch Kinder, zu deren Welt zunehmend Militarismus, Entmündigung und Gleichschaltung gehören sollte. Einzeln oder in kleinen Gruppen entzogen sie sich diesem Anpassungsdruck. Die Bandbreite oppositionellen Handelns reichte vom zivilen Ungehorsam über Nicht-Anpassung bis hin zum aktiven Widerstand. Viele fühlten sich der Arbeiterbewegung verbunden, hörten BBC London und Radio Moskau, schrieben und verteilten Flugblätter, lasen gemeinsam „verbrannte Bücher“ oder suchten Freiheit in der Swingkultur. Wir berichten über mutige junge Hamburger Menschen, die dem NS-Regime widerstanden.

Anschl. Gedenken an die Valvo-Zwangsarbeiterinnen am Gräberfeld der „Valvo Frauen“.

 

Samstag, 30. Juli

14 Uhr - im Garten der Frauen: Erinnerung an die verstorbenen Säuglinge und Kleinkinder von Zwangsarbeiterinnen

Im Garten der Frauen steht seit kurzer Zeit ein Gedenkglaswürfel, mit dem an 250 Säuglinge und Kleinkinder erinnert wird, die in der NS-Zeit zwischen 1943 und 1945 auf dem Ohlsdorfer Friedhof bestattet wurden. Die Kinder wurden von Frauen aus 16 Nationen geboren, die zur Zwangsarbeit für Hamburger Firmen eingesetzt waren. Den Frauen war es nicht möglich, ihre Säuglinge ausreichend zu versorgen. Vortrag von Margot Löhr.

16 Uhr - Paul Abraham: Der tragische König der Jazz-Operette

Bis 1933 waren die Operetten von Paul Abraham sehr erfolgreich. In Berlin war er ein Star, musste aber trotzdem vor den Nazis flüchten. Auf Initiative des Paul-Abraham-Komitees kehrte er 1956 nach Deutschland zurück und lebte bis zu seinem Tod 1960 in Hamburg. Er wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt. 2021 erschien die Neuausgabe der umfassenden Paul-Abraham-Biographie von Klaus Waller. Martina Wunsch, Mitarbeiterin des Verfassers, liest aus der Biographie und diskutiert über Paul Abraham und in der NS-Zeit verfolgte Unterhaltungsmusik.

 

Sonntag, 31. Juli

12 Uhr - Widerständiges Frauenleben in Nazi-Hamburg Biografische Aufzeichnungen zu Lisbeth Bruhn und Ingrid Liermann. Zwei ver.di-Frauen tragen eigene Ergebnisse ihrer Recherchen vor und tauschen sich mit dem Publikum aus.

14 Uhr - Erzählen und Zuhören: Für Lesben und Schwule gab es keine Stunde „Null“

Es wird über ihre Diffamierungen und die grausame Verfolgung in Nazi-Deutschland erzählt, und es soll über eigene Erfahrungen berichtet werden, wie es nach 1945 mit der Diskriminierung beständig weiterging.

Musikalische Begleitung beider Veranstaltungen: Sascha Nedelko Bem

 

Mittwoch, 3. August

15 Uhr - Begegnungscafé

Beim Begegnungscafé ehemaliger NS-Verfolgter geht es dieses Jahr um Fasia Jansen Massaquoi: Vom erlebten Rassismus zum gelebten Widerstand Aus der Biografie einer kämpferischen Frau. Lesung mit Musik von Fasia Jansen Massaquoi

 

18 Uhr - im Forum Ohlsdorf: Film „Vier gegen Hitler - Auf den Spuren der Helmuth-Hübener-Gruppe“ von Jürgen Kinter und Gerhard Brockmann (mpz)

Die Hamburger Widerstandsgruppe um Helmuth Hübener hörte in der Nazizeit ausländische Radiosender ab und verteilte selbst geschriebene Flugblätter über das Unrecht der Naziherrschaft. Durch Verrat flogen die Jugendlichen auf. Im Oktober 1942 wird Helmuth Hübener mit 17 Jahren zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Der Film dokumentiert die Lebens- und Widerstandsgeschichte der Gruppe und ist zugleich ein aktueller Beitrag zu einer aktiven Gedenk- und Erinnerungskultur. Gesprächsgäste: die Filmemacher, 2022 für den Film ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte "Verantwortung - damals und heute".

 

Samstag, 6. August

 

14 Uhr - Treffpunkt: S-Bahn Ohlsdorf: Radtour zu Grabstätten von NS-belasteten Personen

Das Ohlsdorfer Friedensfest, das an Opfer und Widerstandskämpfende des Nationalsozialismus erinnert, nimmt mit dieser Radtour auch die Gräber von Personen ins Blickfeld, die an Menschenversuchen, Denunziationen u.a. beteiligt waren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Eine Teilnahme mit PKW ist möglich. Eine Kooperationsver-anstaltung des Gartens der Frauen e.V. und Olmo e.V.

 

16.30 Uhr - Roter Junge-Ein Kriegskind in Hamburg

Harald Hinsch erlebte den 2. Weltkrieg als Kind in Hamburg-Winterhude. In seinem Buch schildert er seine Erinnerungen aus der Sicht eines 6-jährigen Jungen. Harald Hinsch liest aus seinem Buch und steht zum Gespräch zur Verfügung.

 

Sonntag, 7. August

10.30 Uhr - Treffpunkt Verwaltungsgebäude Fuhlsbüttler Str. 756, Friedhofsseite: Führung zu ausgewählten Grabstätten zu Fuß oder mit Fahrrad. Anmeldungen bitte an fuehrungen@fof-ohlsdorf.com

13 Uhr - Facing Death-Totenmasken

Die Hamburger Künstlerin Claudia Guderian hat 102 Totenmasken von Menschen jeden Alters in Bronze gegossen, sieben davon sind im Mahnmal zu sehen. Die Künstlerin stellt ihr Werk vor.

14 Uhr - Es war einmal ein Rabe, ein schlauer alter Knabe

Ein Brecht-Nachmittag zum Mitmachen für Kinder und ihre Eltern: Kindergedichte, Tierverse und Antikriegslyrik

16 Uhr - Hans Paasche: Schriftsteller und Pazifist

Sein bekanntestes Werk ist „Die Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschlands“. Hans Paasches Biografie (1881-1920) dagegen ist weitgehend unbekannt. Susanne Bienwald zeichnet sein aufregend-tragisches Leben nach.

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