WEITE UND NATUR

IN WÜRDEVOLLER HARMONIE.

Öjendorf

PASTORIN FÜR TRAUERKULTUR

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5 Jahre Projektpfarrstelle „Wandel in der Trauerkultur"

Schneller als ich gedacht hatte, ist nun die Zeit auf dem Öjendorfer Friedhof für mich vorbei. Zu den letzten Aktivitäten (ein Trostmoment und zwei Spaziergänge) ist es nicht mehr gekommen: das Corona-Virus hat verhindert, dass diese Veranstaltungen stattfinden konnten. Mein gut geplanter Abschied -Schritt für Schritt- konnte nicht stattfinden, denn eh ich mich versah, fing meine Pensionierung schon an!

Dabei hat mir dieses besondere Projekt „Trauerkultur im Wandel – neue Wege kirchlichen Redens und Handelns auf dem Friedhof“ viel Freude gemacht. Und mein Hauptschwerpunkt der Arbeit war ja auf dem Öjendorfer Friedhof. Bei 51 Trostmomenten und 38 Spaziergängen kamen Menschen zusammen, um ihre Trauer zu teilen, um Fragen rund um Friedhof und Bestattung zu stellen, um einen Friedhof informiert zu erleben und kennenzulernen, um sich mit der eigenen Endlichkeit auseinander zu setzen und das nicht allein, sondern gemeinsam mit anderen. Ergänzt wurde das „Öjendorfer Programm“ durch Angebote auf anderen Friedhöfen und viele, viele Vorträge und Gottesdienste zum Thema Trauerkultur.

Nach dieser reichen und intensiven Arbeitsphase gehe ich nun nach insgesamt 37 Jahren Pfarramt in den sog. „wohlverdienten“ Ruhestand und freue mich auf das, was vor mir liegt.

Zeilen aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse fallen mir ein: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“.

Na, ob dem Ruhestand so ein Zauber innewohnen wird? Es wühlt mich schon auf, dass ich nun in meinen letzten Lebensabschnitt eintrete. Und wieder fällt mir Hesses Gedicht ein, indem es weiter heißt: „Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne trauern in andre, neue Bindungen zu geben.“ Ja, alt werden ist nichts für Feiglinge. Mut gehört dazu. Und trauern auch. Die alltäglichen Zipperlein werden mehr werden, liebe Menschen um mich rum werden sterben. 5 Jahre lang habe ich Menschen, die genau mittendrin in solchen Lebensprozessen stecken, begleitet. Und nun trete ich selber ein in das, was Psychologen „abschiedliches Leben“ nennen. Ich habe noch viele Ideen und freue mich über jeden gesunden Tag, den Gott mir schenkt.

In diesen corona-verrückten Zeiten hat dieser letzte Satz eine ungeahnte Relevanz: ich bleibe zu Haus, gehöre zur Risikogruppe, bin gesund und hoffe, es zu bleiben!

Gerne hätte ich Sie alle zu meinem Abschieds- und Entpflichtungs-gottesdienst am Himmelfahrtstag eingeladen, aber der findet nun in ganz kleinem Kreise statt (12 Leute) und ich konnte nur wenige Angehörige, Kolleg*innen und Freund*innen dazu einladen.

So bleibt mir nur, auf diesem Wege von Ihnen Abschied zu nehmen, mich zu bedanken für viele gute und berührende Begegnungen und Ihnen alles Gute und Gottes Segen zu wünschen für alles was kommt!

Bleiben Sie gesund und behütet,

Herzlichst Ihre Pastorin Sabine Erler

Hamburg, im Mai 2020

 

 

Pastorin Sabine Erler

 

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