Prominente, Plastiken und Parklandschaft

Dauer: ca. 1 Stunde - Weg: ca. 1200 Meter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(1) Der Rundgang beginnt am Hauptgebäude, das im Jahre 1911 fertig gestellt wurde. Der Entwurf dafür stammt von Wilhelm Cordes. Er war als erster Direktor seit der Gründung des Ohlsdorfer Friedhofs 1877 bis 1917 hier tätig und setzte hinsichtlich der Parkgestaltung Maßstäbe.

(2) Vom hinteren Eingang aus gelangt man halbrechts zur Skulptur "Prophet und Genius", 1961 von Gerhardt Marcks geschaffen.

(3) Geradeaus geht es weiter zu den Ehrengräbern der Polizei, eingeweiht 1923 nach den Oktoberunruhen, bei denen 14 Beamte ihr Leben lassen mussten. Die Anlage trägt den Namen "Revier Blutbuche" und ist nach dem Baum benannt, der im Mittelpunkt des Rondells wächst.

 

Rosengarten mit 2700 Rosen

 

 

 

 

 

 

 

(4) Der zweite Weg im Kreisel links führt zum Südteich mit einer Insel in der Mitte. Rechts gelangt man zum Rosengarten, 1997 nach historischem Vorbild restauriert. Im Sommer blühen hier 2.700 Rosen. Im Hintergrund liegt das von Oberbaudirektor Fritz Schumacher entworfene Cordesdenkmal, 1920 zu Ehren des ersten Friedhofsdirektors eingeweiht.

(5) Man geht um den Südteich herum, überquert die Cordesallee und erblickt den schmiedeeisernen Margarethenbrunnen, anlässlich der Bundesgartenschau 1953 von Eugen Christ geschaffen und nach dessen Frau benannt. Rechts folgt man dem Wegweiser "Feuerwehrgräber" und trifft auf einen Bereich mit zahlreichen kunsthistorisch bedeutsamen Grabstätten:

(6) Gleich links steht auf dem Familiengrab Hoops eine Trauernde, die einen Kranz in der rechten Hand hält, den sogenannten Immortellenkranz, ein wiederkehrendes Symbol für den Kreislauf des Lebens und Sterbens. Nach rechts führt ein Plattenweg zum Grab John Jahr (rechts), des Mitbegründers des Hamburger Verlags Gruner & Jahr. Gegenüber schlägt eine bezaubernde Frauengestalt den Blick nieder. Es handelt sich um Richard Kuöhls "Knieende" (1926) auf dem Familiengrab Köser. Einige Schritte weiter bemerkt man rechts das Grab Tschilinghiryan, Kaffeegroßröster und Gründer der Firma Tchibo. Die reizvolle "Liegende" (1927), ebenfalls von Kuöhl, krönt den Stein.

Fritz   Behns"Knabe"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(7) In der Verlängerung dieses kurzen Weges befindet sich das Grabfeld Cohen mit zwei Plastiken: Hugo Lederers "Abschied" (1904) und Fritz Behns "Knabe" (1901).

(8) Man geht die Strecke zurück, schlägt den Weg nach rechts ein und passiert ein weiteres Kunstwerk Kuöhls, die "Trauernde" (1927).

(9) Der Weg führt weiter zu den Feuerwehrgräbern. Im Zentrum der kreisförmigen Gemeinschaftsanlage (1962 entstanden) ragt eine Stele mit Flammensymbolik auf.

(10) An ihrer Rückseite befindet sich, in einem mit Rhododendren umpflanzten Bereich, der imposante Findling auf der Grabstätte des Reeders Albert Ballins von 1919. Er machte die HAPAG zur größten Schifffahrtsgesellschaft der Welt und organisierte um die Jahrhundertwende die Auswandererströme von Europa nach Amerika. Wenige Schritte weiter nimmt der Weg eine Biegung nach rechts.   

(11) Die Route oberhalb der Böschung führt den Besucher an eindrucksvollen Grabstätten vorbei, z.B. am Jugendstil-Grab der Familie Fera (1909), und am großzügigen Grab Rübcke aus dem Jahr 1909. Wenige Schritte weiter erblickt man die Grabstätte Wichmann (1907) - hier thront das Relief eines Todesengels auf der Grabmalwand.

(12) Hinter der Biegung, in der rechts der Opernsänger Peter Anders seine letzte Ruhe gefunden hat, fällt der Blick auf die Christusstatue aus weißem Marmor (1904), die von Cordes Freund Xaver Arnold geschaffen wurde. Von dort aus überblickt man das Wegekreuz des Althamburgischen Gedächtnisfriedhofs mit den Gräbern zahlreicher prominenter Hamburger vergangener Zeiten. Vorne rechts findet man das Grab des Hamburger Oberbaudirektors Fritz Schumacher (1869-1947), erster Stadtplaner in Hamburg und Architekt vieler Schulen und öffentlicher Gebäude. Auf dem Friedhof Ohlsdorf schuf er die Kapelle 13 (1928), das Krematorium (1939-32) sowie das benachbarte Grabmal Alfred Lichtwarks (1852-1914), der mit seinen ausgeprägten museumspädagogischen Ansprüchen ab 1886 erster Direktor der Hamburger Kunsthalle wurde. Am Wegekreuz kennzeichnet eine Stele die Grabstätte Philipp Otto Runges (1777-1810), eines Malers der Romantik. Schräg gegenüber steht auf einer der Grabplatten der Name des Mediziners Bernhard Nocht (1857-1945), Gründer des Tropeninstituts.

(13) Etwas abseits, oberhalb der kleinen Treppe, liegt das Grab von Ida Ehre (1900-1989), Gründerin der Hamburgischen Kammerspiele (1947), die durch die Uraufführung von Wolfgang Borcherts Nachkriegsdrama "Draußen vor der Tür" berühmt wurde. Daneben ruht Gustaf Gründgens (1899-1963), ab 1955 Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Er beeindruckte durch zahlreiche unvergessene Interpretationen, besonders in seiner Rolle des Mephisto in Goethes Faust.

Althamburgerischer Gedächtnisfriedhof,

1998 restauriert

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Rot - Prominente, Plastiken und Parklandschaft
  2. Blau - Vom Krematorium zur Dichterecke
  3. Grün - Nordteich und Stiller Weg